Was ist der Surfschein?
Der Surfschein ist der Internet-Führerschein des Internet-ABC. Hinter dem Internet-ABC steht der gemeinnützige Verein Internet-ABC e. V., dessen Mitglieder die Landesmedienanstalten sind. Die Plattform richtet sich an Kinder von 5 bis 12 Jahren, an Eltern und an Lehrkräfte. Sie ist werbefrei und nicht kommerziell, in einigen Bundesländern ist sie im Lehrplan verankert 1.
Der Surfschein selbst ist ein Quiz zu den Grundlagen des Internets. Zu jeder Frage gibt es drei Antwortmöglichkeiten, die Texte lassen sich vorlesen. Wer besteht, bekommt den „Führerschein fürs Netz“ zum Ausdrucken und Ausschneiden. Lehrkräfte können zusätzlich kleine Ausweise im Kreditkartenformat austeilen, Klassensätze sind kostenlos bestellbar 2. Neben dem Quiz gibt es eine Variante als Klick-Abenteuer, in der Kinder zuerst versteckte Aufgaben lösen 3.
Was der Surfschein abdeckt
Die Fragen beziehen sich auf die Lernmodule des Internet-ABC. Es gibt 15 vertonte, interaktive Module für die Klassen 3 bis 6, sortiert in vier Themenbereiche 2:
| Themenbereich | Lernmodule |
|---|---|
| Surfen und Internet | Unterwegs im Internet, Suchen und Finden, Technik des Internets, Tablets und Smartphones |
| Mitreden und Mitmachen | E-Mail, Chatten und Texten (WhatsApp und mehr), Soziale Medien, Online-Spiele |
| Achtung, die Gefahren | Tricks und Betrug, Viren, Werbung und Gewinnspiele, Cybermobbing, Datenschutz |
| Lesen, Hören, Sehen | Texte und Bilder kopieren und weitergeben, YouTube, Streaming und Bildschirmzeiten |
Jedes Modul endet mit einem eigenen kleinen Quiz, das eine Punktzahl und eine Urkunde zum Herunterladen liefert. Künstliche Intelligenz wird im Modul zu Texten und Bildern angesprochen, Algorithmen im Modul zu YouTube und Streaming. Ein eigenes KI-Modul gibt es nicht 2.
Für wen eignet sich der Surfschein?
Die Lernmodule sind für Klasse 3 bis 6 gedacht. Die Fragen lassen sich nach dem Durcharbeiten der Module beantworten oder mit genug eigener Erfahrung im Netz 2. Für Erstklässler ist der Surfschein meist noch zu früh, auch wenn die Vorlesefunktion hilft. Gut geeignet ist er:
- für Kinder, die gerade anfangen, allein im Netz zu suchen, zu spielen oder zu chatten,
- als gemeinsames Projekt am Wochenende, bei dem Sie neben Ihrem Kind sitzen,
- als Ergänzung, wenn die Schule bereits mit dem Internet-ABC arbeitet.
Viele Schulen nutzen das Angebot im Unterricht. Fragen Sie bei der Klassenleitung nach, dann können Sie zuhause an derselben Stelle anknüpfen.
Was ein Quiz leisten kann und was nicht
Der Surfschein prüft Wissen: Ihr Kind wählt aus drei Antworten die richtige. Das ist ein guter Anfang, denn wer die Regeln kennt, erkennt Gefahren schneller. Ein Quiz hat aber naturgemäß Grenzen, die Sie kennen sollten:
- Wissen ist nicht Handeln. Im echten Chat kommt die Nachricht unerwartet, oft von jemandem, der nett wirkt. Ob Ihr Kind dann richtig reagiert, hängt davon ab, ob es solche Situationen schon einmal durchdacht hat.
- Einmal gelernt ist schnell vergessen. Die Lernforschung zeigt, dass verteiltes Wiederholen über mehrere Tage deutlich besser im Gedächtnis bleibt als einmaliges Lernen am Stück 4. Auch aktives Abrufen wirkt stärker als erneutes Durchlesen 5.
- Die Apps Ihres Kindes kommen nicht unbedingt vor. Ein Angebot für alle Kinder kann nicht auf das Spiel oder den Klassenchat eingehen, den Ihr Kind gerade nutzt.
- KI bleibt ein Randthema. Chatbots, KI-Bilder und nachgemachte Stimmen werden im Alltag von Kindern aber wichtiger. Schon 9 Prozent der internetnutzenden 6- bis 13-Jährigen nutzen mindestens wöchentlich KI-Anwendungen 6.
Das ist keine Kritik am Surfschein. Ein kostenloses Angebot für Millionen Kinder kann nicht alles leisten. Es heißt nur: Mit dem Ausdrucken ist die Arbeit nicht vorbei.
Was nach dem Surfschein sinnvoll ist
1. Über die Fragen sprechen
Lassen Sie sich zeigen, welche Fragen Ihr Kind schwierig fand. Das Quiz zeigt auch, wo noch Lücken sind 1. Fragen Sie nach: „Was würdest du machen, wenn dir in einem Spiel jemand Fremdes schreibt?“ Die Antwort verrät mehr als die Punktzahl.
2. Regeln gemeinsam festlegen
Halten Sie fest, welche Apps erlaubt sind, wann das Gerät Pause hat und an wen sich Ihr Kind wendet, wenn etwas komisch ist. Eine Vorlage finden Sie im Ratgeber Mediennutzungsvertrag.
3. Technik passend einstellen
Kindersicherung und Altersfreigaben fangen vieles ab, aber nicht alles. Wie Sie Geräte einrichten, lesen Sie unter Kindersicherung am Tablet.
4. In echten Situationen üben
Der wichtigste Schritt: Ihr Kind sollte typische Szenen durchspielen und selbst entscheiden müssen. Zum Beispiel eine Freundschaftsanfrage im Spiel, eine gemeine Nachricht im Klassenchat oder ein angeblicher Gewinn. Das können Sie im Gespräch tun oder mit einem Kurs, der genau darauf ausgelegt ist.
5. KI ergänzen
Wenn Ihr Kind Sprachassistenten, Chatbots oder KI-Bilder schon kennt, lohnt ein eigener Blick darauf. Einen Einstieg bietet unser Ratgeber KI für Kinder erklärt.
6. Hilfsangebote kennen
Ihr Kind sollte wissen, dass es neben Ihnen weitere Ansprechpartner gibt. Die Nummer gegen Kummer berät Kinder und Jugendliche unter 116 111 anonym und kostenlos, auch per Chat und E-Mail. Eltern erreichen das Elterntelefon unter 0800 111 0 550 7. Schreiben Sie beide Nummern gemeinsam auf einen Zettel neben das Ladekabel oder speichern Sie sie im Gerät Ihres Kindes.
Checkliste nach dem Surfschein
- Urkunde aufhängen und gemeinsam würdigen, was Ihr Kind gelernt hat.
- Die zwei oder drei schwierigsten Fragen in den nächsten Tagen noch einmal besprechen.
- Familienregeln für Bildschirmzeit, Apps und Chats aufschreiben.
- Einen Notfallsatz vereinbaren: „Wenn dir etwas komisch vorkommt, zeig es mir. Du bekommst keinen Ärger.“
- Nach vier bis sechs Wochen die Themen erneut abfragen, zum Beispiel beim Abendessen.
- Prüfen, ob die Apps Ihres Kindes und KI-Themen ausreichend abgedeckt sind.
Fazit
Der Surfschein ist ein hervorragender, kostenloser Einstieg, den wir jedem Grundschulkind empfehlen können. Er vermittelt solides Grundwissen. Damit Ihr Kind im entscheidenden Moment auch richtig handelt, braucht es zusätzlich Übung an Situationen aus seinem eigenen Alltag, Wiederholung über Wochen und Eltern, die ansprechbar bleiben. Genau dafür haben wir unseren Internet-Führerschein entwickelt.